Duftende Kräuter – fast jeder von uns hat sie im Garten oder im Topf am Balkon und auf der Terrasse. Einzug in die Küche halten meistens Kräuterklassiker wie Schnittlauch, Petersilie, Basilikum oder Oregano … In diesem Kochbuch werden bewusst Kräuter in den Fokus gestellt, die eher vom Kräutertee her, nicht aber beim Kochen bekannt sind.
Kräuter können unsere Speisen nicht nur geschmacklich bereichern, sondern auch einen wertvollen Beitrag für unsere Gesundheit und ein gutes Bauchgefühl leisten.
Traut euch, Heilkräuter bewusst in euren Speiseplan einzubeziehen – es zahlt sich aus!
Was macht Kalmuswurzel in der Brotsuppe und Ringelblume in der Palatschinke? Nur Gutes! Kräuterpfarrer Benedikt und Nikolaus Tomsich holen Heilkräuter aus der Teetasse in eine Küche, die bodenständig und überraschend, gesund und köstlich ist. Von Aufstrichen, Suppen und Hauptspeisen bis zu Desserts und Sirupen zeigt das Buch, wie vielseitig heimische Pflanzen sein können.
Auftischen mit Kräutern macht Slowfood mit Mehrwert und Heilwirkung!
Zu jedem Gericht werden Geschmack und traditionelle Wirkung der verwendeten Kräuter erklärt. Geschichten aus dem Waldviertel wie aus Geras und Karlstein, Begegnungen mit Kräutersammlerinnen und Erinnerungen an die Kräuterpfarrer Rauscher und Weidinger verbinden Genuss, Wissen und gelebte Tradition.
Mein ausgewähltes Rezept für euren
Duftenden Klosterbraten
Ein weiterer Klassiker der österreichischen Küche erhält mit getrockneten Heilkräutern eine ganz besondere Note und wird zum neuen, würzigen Sonntagsbraten, den niemand mehr missen möchte. Die Kräuter verleihen ihm ein kräftiges, festliches Aroma und wirken gleichzeitig verdauungsfördernd, appetit- und stoffwechselanregend.
Zubereitungszeit: 110 Minuten
Zutaten
Heilkräuter: Rosmarin, Salbei, Liebstöckelwurzel, Beifuß, Majoran, Petersilie
1.500 g Schweinsschopf (Schweinenacken/Schweinsschulter – gerne mit Schwarte für eine knusprige Kruste)
Salz, Pfeffer
4 Knoblauchzehen
300g Zwiebeln
250 g Wurzelgemüse (Karotten, Knollensellerie, gelbe Rüben)
5 EL Schmalz oder Öl
250 ml Gemüsesuppe
Tipp: Statt Gemüsesuppe kann zum Aufgießen auch Apfelsaft verwendet werden, dann bekommt der Bratensaft eine angenehme frische Fruchtigkeit!
Zubereitung
Das Backrohr auf 160 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Die Schwarte vom Schweinsschopf (falls vorhanden) mit einem scharfen Messer rautenförmig einschneiden – nicht zu tief, der darunterliegende Fettanteil kann leicht mitgeschnitten werden.
Getrockneten Rosmarin, Salbei und Liebstöckelwurzel zerkleinern, mit Salz, Pfeffer sowie den gepressten Knoblauchzehen vermischen und das Fleisch damit rundum einreiben.
Die Zwiebeln und das Wurzelgemüse grob schneiden und in einen Bratentopf (mit Deckel) geben. Den braten darauflegen und die Schwarte bzw. die Oberseite mit Schmalz oder Öl bestreichen.
Den Topf mit dem Deckel verschließen und den Braten bei 160°C etwa 60 Minuten im Backrohr garen.
Danach den Deckel abnehmen und die Temperatur auf 220°C erhöhen. Wenn nötig für eine schöne krosse Kruste die Grillfunktion einschalten. (Vorsicht: Kann sehr schnell dunkel werden!)
Den Braten aus dem Topf nehmen und 10 Minuten ruhen lassen.
In der Zwischenzeit die restlichen getrockneten Heilkräuter in den Topf geben und mit der Gemüsesuppe aufgießen. Falls sich am Topfboden Braten- und Gemüserest angesetzt haben, diese mit einem Kochlöffel lösen.
Den Topf nochmals für etwa 8-10 Minuten bei 220°C ins Backrohr stellen. Anschließend den Bratensaft mit einem Stabmixer pürieren.
Den duftenden Klosterbraten mit Bratensaft, Serviettenknödeln und einem frischen Salat servieren.
Wirkungsweise der Heilkräuter:
Rosmarin – durchblutungsfördernd, Salbei – keimtötend, Liebstöckelwurzel – blähungslindernd, Beifuß – appetitanregend, Majoran – verdauungsfördernd, Petersilie – stoffwechselanregend.
Über Kräuterpfarrer Benedikt
Kräuterpfarrer Benedikt ist Prämonstratenser im Stift Geras. Der langjähriger Wegbegleiter und Nachfolger des legendären Kräuterpfarrers Weidinger vermittelt traditionelles Wissen über heimische Heilkräuter und zeigt, wie sie Gesundheit, Wohlbefinden und Genuss verbinden können. Für ihn sind sie ein »Lächeln des Schöpfers«.
Über Nikolaus Tomsich
Nikolaus Tomsich ist Autor zweier Bücher über das Einkochen und Haltbarmachen. Seine Leidenschaft gilt hochwertigen Lebensmitteln und traditionellem Küchenwissen. In Geras arbeitet er mit Kräuterpfarrer Benedikt daran, heimische Heilkräuter zeitgemäß in die Küche zu bringen.
HEILSAM kochen
Kneipp Verlag Wien
Hardcover
Format: 19.0 x 24.5 cm
Seiten: 240
ISBN: 978-3-7088-0905-2
Fotos: Brittas Schreiberei









No Comments